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Beiträge zur Geschichte der Niederlausitz und des Dorfes Kossenblatt
Der rote Stier auf weißem Grund, das Wappentier der Niederlausitz

Beiträge zur Geschichte der Niederlausitz und des Dorfes Kossenblatt

ein Ausflug in die Geschichte der Niederlausitz

Inhalt der Seiten

© Detlef Miethe; 04936 Schlieben; Bergstraße 7;&xnbsp;
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Zur Geschichte der Niederlausitz

Grenzen
Die natürlichen Grenze der Niederlausitz wird im Süden durch den Lauf der Schwarzen Elster, verlängert bis zur Mündung der Queiz in den Bobr, im Osten durch Bobr und Oder, im Norden durch den Spreelauf auf Berlin zu, etwa bis Zossen und im Westen durch eine gedachte Linie von Zossen bis Bad Liebenwerda gebildet.

Vorgeschichtliches
Um etwa 600 v.d.Ztr. verließen germanische Stämme den Raum der Niederlausitz und zogen in Richtung Westen. Slawen aus dem Weichselraum und aus den Karpaten besiedelten das freigewordene Land. Bald verschmolzen sie mit hier verbliebenen germanischen Familien.

Ostexpansion
Die Frühdeutsche Ostexpansion erfolgte mit großer Grausamkeit in Namen der christlichen Religion, tatsächlich ging es um Herrschafts- und Siedlungsräume.

Kolonisation der Niederlausitz
Die Kolonisation der Niederlausitz erfolgte von ihren Rändern her. Die Siedlungsfolgen waren zunächst der Fluchtbewegung geschuldet und betrafen bis dahin siedlungsleere, wenig fruchtbare Gebiete. Später folgten frühdeutsche Siedlungen, zumeist auf slawischer Wurzel und unter Beteiligung der Sorben bzw. Wenden.

Siedlungsvorgang
Der Siedlungsvorgang liegt weitgehend im Dunkel, was wir sehen ist das Ergebnis der Arbeit der Lokatoren. Verf. wagt eine Hypothese auf die seinerzeitigen Vorgänge.

Geschichte des Markgrafentums
Die Geschichte des Markgrafentums Niederlausitz ist die eines unter seine mächtigen Nachbarn Böhmen, Preußen und Sachsen zerissenen Nebenlandes.

Kurmärkisch Wendischer Distrikt
Der Kurmärkisch Wendische Distrikt gelangte im 16. Jahrhundert an Preußen. Seither hatte Preußen einen wendisch sprechenden Bevölkerungsteil. Zu diesen Territorien gehörten neben den Herrschaften Beeskow-Storkow auch die von Zossen, Bärwalde, Teupitz und Teltow.

Herrschaft und Volk
Die im Mittelalter begründeten Herrschaftsstrukturen erwiesen sich als außerordentlich stabil und überdauerten Jahrhunderte.

Die Stände
Die Stände des Dorfes waren Ausdruck des Besitzrechtes. Sie waren erblich wie jener. Auf dem niederlausitzer Dorf finden wir Bauern, Kossäten, Büdner und Einlieger. Die Alten des Dorfes bilden eine gesonderte Schicht.

Bauernlegen
Das Bauernlegen traf die Niederlausitz im besonderen Maße. Es brachte die Dörfler nicht nur um ihr Eigentum sondern höhlte die verbliebenen Eigentumsrechte so aus, daß der Dörfler in die Nähe eines Leibeigenen rückte.

Unterhaltspflicht
Die Kehrseite der Gutsuntertänigkeit ist die Verpflichtung des Gutes seine Untertanen in contribuabelem Zustand zu halten, die Unterhaltspflichtigkeit des Gutes.

Die Gemeine
Das Dorf war vor 1850  eine feudale Genossenschaft der Dörfler, eine Gemeine. Die Gemeine band alle Dorfgenossen in ein festes Reglement, dem keiner entrinnen konnte und an deren Spitze der Schulze stand, welcher über die Gemeine wachte.

Das Dorf Kossenblatt

Dorfname
Der Dorfname kommt aus dem Wendischen und wird unterschiedlich gedeutet. Am plausibelsten ist m.E. die Deutung aus dem landwirtschaftlichen Umfeld. Kosiæ (pl) heißt mähen, b³oto (pl) Sumpf, also etwa "zu mähender Sumpf. Das paßt zu vielen Gegebenheiten der Örtlichkeit.

Dorflage
Das Angerdorf konnte günstiger nicht angelegt werden, es schmiegt sich der ganzen Länge nach an die Spree, ist jedoch so gelegen, daß es vor Überflutung geschützt ist. Unmittelbar hinter der spreeabgewandten Seite befindet sich der fruchtbarste Acker der Gemarkung.

Eigentum
Über die alten Eigentumsverhältnisse (vor 1725) liegen spärliche Nachrichten vor. Manche sind durch mich nicht zu deuten. Bis 1850 haben sich die Verhältnisse für die Dörfler zugunsten des Gutes verschlechtert.

Herren
Es gibt eine Reihe mittelalterlicher Herren, deren Name bezug zum Dorf zu haben scheint. V. Oppen verkauft das Gut an v. Barfuß und dieser an Friedrich Wilhem I., den Soldatenkönig. Dorf und Gut werden verpachtet.

Die Dörfler
Als Dörfler begegnen uns um 1850 Laßbauern (4) und Laßkossäten (14) auch als bäuerliche Wirte bezeichnet. Die Unterschicht des Dorfes wird aus den Büdnern gebildet, die etwa 67 % der Dorfbevölkerung bilden. Dabei gibt es Büdner mit Gemeinerechten und solche ohne Gemeinerechte.

Die Alten
Die Alten bilden eine gesonderte Schicht, sie "sitzen" auf dem Altenteil oder Ausgedinge.

Ein Altenteil
Das Altenteil der Büdnerwitwe Kanzler aus Kossenblatt gibt Einblicke in die Lebensverhältnisse (die tägliche Nahrung und Wohnung) wie sie um das Jahr 1850 auf dem Dorf Kossenblatt gegeben waren.

Die Bauernbefreiung in Kossenblatt

Vorbemerkungen
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren die dörflichen Abhängigkeitsverhältnisse soweit gediehen, dass Neuerungen und dringende Produktivitätsentwicklungen nicht mehr möglich waren. Reformen waren unumgänglich und umstritten.

Gemeinerecht
Allmende,  Flurzwang und Hutungsrecht banden alle grundbesitzenden Dörfler in ein festes Gemeinereglement. Aussaat, Ernte und Viehwirtschaft waren durch die feudale Dorfgenossenschaft reglementiert.

Das Dorf
Das Dorf besteht zu jener Zeit aus dem eigentlichen Dorfkern, den Siedlungsteilen Zollbrücke, Schleuse, Schäferei und dem Brückenwärterhaus an der Schafbrücke. Die Flur des Gutes ist bereits von der der Dörfler separiert. Letztere sind im Besitz der schlechteren Flurstücke, die sich noch in der Gemengelage befinden.

Separation
Die Spezialeparation löste die Gutsuntertänigkeit ab und die Gemeinegebundenheit auf. Die feudale Dorfgenossenschaft wurde privatisiert, das Gut für die abgelösten Dienste der Dörfler entschädigt.

Ablösung
Abgelöst wurden die Dienste (Fron) und die Reallasten, zu welchen die bäuerlichen Wirte und die Büdner dem Amt Kossenblatt und Trebatsch gegenüber verpflichtet waren. Gleichzeitig fanden die Verpflichtungen des Gutes gegenüber den Dörflern ein Ende.

Hutungsrechte
Die Hutungsrechte waren eine entscheidende Lebensgrundlage in der feudalen Dorfgenossenschaft. Sie regelten, wieviel Vieh der einzelne Eigentümer halten und in die gemeinschaftliche Herde, die der Dorfhirte auf die Weide trieb, geben durfte.

Wald und Wasser
Bedeutende Nutzungsrechte hatten die Dörfler im Forst und an der Spreefischerei.

Fluraufteilung
Die Flur des Dorfes (998 ha) wurde unter die berechtigten Dorfgenossen neu aufgeteilt. Berechtigt waren alle Grundeigentümer und die Hutungsberechtigten. Im Ergebnis kam 59% der Acker- und Wiesenfläche an das Gut.

Gutsentschädigung
Für die entgangenen Hofdiensttage war das Gut durch die bäuerlichen Wirte zu entschädigen. Zudem mußte das Gut nun Landarbeiter einstellen, die Wohnung brauchten. Daher wurden die bäuerlichen Wirte zu unentgeltlichen Hilfen beim Bau eines Mehrfamilienhauses verpflichtet.

Kirche und Schule
Pfarre und Schule hatten an einigen Grundstücken Naturalrechte, welche abzulösen waren.

Resumé
Die Separation und die Rezesse vernichteten die Gemeine, die Dorfgenossenschaft hörte  auf zu existieren. Die Dorfgenossen waren hineingeworfen in eine bürgerlich freie Existenz und in einen ihnen unbekannten Entscheidungszwang. Im Dorf begegnete man sich nun nicht mehr in der Gemeine, man begegnete sich am Grenzstein.

Sagen und Legenden aus der Niederlausitz

In zwangsloser Folge werden Sagen und Legenden aus der Niederlausitz vorgestellt

Die Ludki oder Luttchen
Die Sage von den Ludki oder verdeutscht von den Luttchen ist in der ganzen Niederlausitz verbreitet. Ihre historische Wurzel wird in der Situation der in die Minderheit geratenen alteingesessenen Germanenfamilien gegenüber den zugewanderten slawischen Stämme gesehen.
Varianten auf die Ludki-Sage
In manchen Dörfern wurde eine abgewandelte Version der Ludki-Sage erzählt. Das darf nicht wundern. Sagen wurden über viele Generationen nur mündlich weitergegeben und manch ein Erzähler erfand zum Zwecke der Unterhaltung oder auch der Erziehung Variationen auf das Thema.

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